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Die Perseiden

Mitte August ist es wider soweit. Ein alljähriges Naturspektakel kommt wider auf uns zu. Die Perseiden.

Eigentlich haben wir jetzt schon eine Chance die wunderschöne Sternschnuppen am Himmel zu beobachten, allerdings ist das Vorkommen aktuell noch etwas mau. Aktuell würde ich es eher als Glückspiel betrachten eine schönes Bild zu bekommen als eine gekonnte Fototour. Wer nicht ganz so viel im Trüben fischen möchte sollte sich die Nacht vom 12. auf dem 13 August notieren. Da stecken wir in der Phase mit dem Höchsten aufkommen. Die größte Aktivität soll zwischen 00:00 und 02.00 Uhr sein wo wir mit etwa 100 Sternschnuppen pro Stunde rechnen können.

Doch wie Fotografiert man das Schauspiel am besten?
Tja. So genau weis ich das auch noch nicht. In diesem Bereich bin ich noch absolut Jungfräulich. Aber ich habe mit schon eine menge Gedanken gemacht. Langzeitbelichtung? Offenblende? Vordergrund? Weitwinkel?

Was soll ich sagen? Weitwinkel ist wohl sehr Wahrscheinlich. Doch wieso? Ich für mein Teil werde wohl in den Weitwinkel gehen bis ich ein paar brauchbare Aufnahmen habe und dann noch mal mein Glück mit einer Normlabrennweite versuchen. Wenn da ein auch paar brauchbare Bilder bei sind, jäh nach dem wie das Wetter mitspielt kommt noch ein leichtes Tele zum Einsatz. Alles hat so seine Vor und Nachteile.

Der Weitwinkel bringt hier ganz klar seine Vorteile ins Spiel weil viel Himmel = große Chance auf Erfolg. Allerdings auch weniger Details. Darum würde ich liebend gerne ein Tele einsetzten. Doch man kann nicht sagen wo die Sternschnuppe genau her fliegen. Somit nimmt man sich so unendlich viele Chancen eine zu erwischen das man eher aufgibt als das man mit schönen Bildern nach Hause geht. Wieso ist das so? Die Antwort ist einfach... die fliegen alle um mein Bildausschnitt drum herum. Also werde ich für mein Teil von Weitwinkel langsam in den Tele gehen. Jäh nach Trefferquote.

Dann die Blendenfrage. Da nachts wohl das Fokussieren nicht ganz so einfach werden dürfte und es gerade im Bereich der Astrofotografie nicht unbedingt auf ein sauber ausgeprägtes Bokeh ankommt mach ich die Blende dicht. Größere Schärfentiefe = weniger unscharfe Fotos = weniger Ausschuss. Aber bitte bedenken. Ganz zu ist auch keine Lösung! Viele Objektive verlieren hier vom Hause aus an Grundschärfe! Gerade beim Weitwinkel haben wir dann hier nur noch einen Foto vom Himmel mit einen unscharfen Strich der eher störend wirkt als das er sich als Hauptmotiv zu erkennen gibt.

Dann die Belichtungsdauer... Ja wie lange? Hier muss ich sagen das ich aufgrund der fehlenden Erfahrung noch keine konkreten Vorstellungen habe. Ein Belichtung von 1/60 oder 1/30 dürfte auf jeden Fall zu kurz sein. Da haben wir nur eine schwarze Masse am Himmel mit eine Hand voll Sterne. Eher Langweilig. 20 Sec ist auch absolut Grenzwertig. Hier fangen langsam an die Sterne Oval zu werden. (wegen der Erddrehung) Doch wie lange nun? Ich für mein Teil werde mal schauen wie die Belichtungsdauer den Vordergrund herraushebt. Da ich mich in die Wildnis den guten NRW´s zurückziehen werde um die Lichtverschmutzung der Städte so klein wie möglich zu halten kann ich wohl mal mit 5 Sekunden anfangen und dann gegebenenfalls anpassen. Jäh nach Himmel und Vordergrund werde ich dann die Zeit verlängern oder kürzen.

Bleibt nur noch der Vordergrund. Was nehmen? Schön dramatisch währe es natürlich einen alten Friedhoff oder so zu finden. Ein paar alte Grabsteine im Vordergrund mit einen Dramatischen Himmel sind immer ein gutes Motiv. Das Problem ist allerdings. So ein Friedhoff ist sehr selten in der tiefsten Wildnis zu finden und Grabsteine klauen sollte auch nicht das Ziel werden und dürfte bei den wenigsten Leuten auf Verständnis stoßen. So bleibt wohl die Wahl bei einen alten Baum oder der gleichen eventuell ein altes Denkmal. Wobei hier wird sich zeigen was zu finden ist.

Für alle die Leute die auch Lust haben die Perseiden zu Fotografieren, denkt dran das Stressniveau dürfte sich in einem Level einpendeln das zwischen Geburtstag bei der Oma und angeln am Forellenhoff liegt. Es ist unbedingt darauf zu achten das hier noch Getränke, Sitz Möglichkeiten, Unterhaltung und ggf. noch mit etwas zu Naschen mitgenommen werden muss damit das beobachten des Himmels nicht auf aufgrund von Müdigkeit verschlafen wird. Nehmt auch genug Wünsche mit. Denn 100 Wünsche die Stunde sind nicht ohne. 😉

Viel Spaß und gutes Wetter wünsche ich allen die auch in der Nacht draußen sitzen werden und in den Himmel starren.

Euer Sven

Update  (Während des geschehen´s)

Nach gefühlten 500 km Autofahrt hate ich nun doch noch eine Location gefunden. Eigentlich ziemlich geil hier es gibt nur ein Problem... Ich bekam mit dem EF-S 18-55 einfach nicht genug Licht auf mein Sensor. Und ohne Licht kein Foto. Also das EF 50mm 1.8 drauf und Blende aufreißen. Und YaaY! Es werde Licht.

Das doofe war das durch die 50mm Festbrennweite der Bildausschnitt mal so absolut nicht passt. Ich hatte hier ein schönes altes Denkmal gefunden mit weiter Sicht nach hinten. Durch die 50 mm musste ich allerdings so weit weg das die Perspektive einfach für den Himmel nicht mehr passte. Damit hätte ich unter Umständen noch leben können wenn nicht hinter den Denkmal Münster in voller Pracht den Himmel mit seinem Licht verschmutzt hätte. So blieb mir leider nur die Optik direkt in den Himmel zu halten und das beste zu hoffen.

Wenn wir allerdings von dem Problem mit den Vordergrund einmal absehen, so hate man mit direktem Blick nach oben sogar eine Sicht auf die Milchstraße. Einfach schön. Auch die Sternschnuppen die hier die Atmosphäre untermalten war ein Augenschmaus. Für 2017 muss ich auf jeden Fall ein Eintrag im Terminplaner machen. Das will ich wieder sehen.

Als langsam die blaue Stunde anrückte habe ich mich dann doch entschlossen mit dem Kit-Objektiv mein Glück zu versuchen. Und es war genau die richtige Entscheidung.

Die ersten waren zwar etwas arg dunkel aber die Zeit spielte hier für mich. Ich hatte einfach das Objektiv so nah wie möglich an den Asphalt gebracht und mit der Belichtungszeit gespielt bis die ein schöner Blauverlauf in den Bilder entstand. Dann wider die Spielerei mit den Fokusiren und als der Kampf endlich gewonnen war wurde wider die Automatik angeworfen und die Kamera verrichtete wider unermüdlich ihre Dienste.

Schade das ich nicht viele Sternschnuppen einfangen konnte. Aber besser eine wie keine! Wie heißt es noch gleich? "Ich hab mein Bild im Kasten!" und mit den gesammelten Erfahrungen kann ich eventuell auch gut an die Alpha-Aurigiden herantreten. Die stehen ja auch kurz vor der Tür.

Unerwartet musste ich feststellen das meine Kamera durch und durch nass war als ich das Objektiv gewechselt habe. Morgentau! Leider auch auf der Linse. Kaltes Glas zeiht ja förmlich das Kondenswasser an. Dem entsprechen hab ich einen großen Haufen Fotos die ich direkt löschen kann. Der Morgentau hat diesen kleinen Hauch von Licht leider so gebrochen das alles in der absoluten Unschärfe verschwunden ist. Außerdem sollte man unbedingt etwas wärmendes mitnehmen. Ich hatte zwar Pulli und Jacke an aber durch das akute nach oben gucken hat sich die eigenen Bewegung auf einen solches Minimum reduziert das ich noch locker 2 Wolldecken gebraucht hätte um nicht zu frieren.

Naja. Haken an dies Kapitel. Das nächste muss geschrieben werden. Mal schauen wozu es mich diesmal reist.

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